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Schweizermeisterschaften Vereinsturnen 2011

Kein Salto-Glück an den diesjährigen Schweizermeisterschaften im Vereinsturnen

Nicht immer ist, was lange trainiert, dass was am Ende brilliert. Das mussten wir an diesen Schweizermeisterschaften leider erfahren. Mit grossen Erwartungen, viel Hoffnung und Vertrauen in die eigenen Leistungen setzten wir uns am Samstag in den Car Richtung Zofingen im Aargau. Ein ganzes Jahr lang, und in der letzten Zeit noch intensiver, haben wir am Ring- und Stufenbarren-Programm gefeilt, und gefeilt bis es glänzte. Kaum im Aargau angekommen, konnten wir gleich noch das Ringprogramm der Wiler mit anschauen, nicht schlecht! Auch unsere übrigen Konkurrenten turnten gute Übungen. Wir wussten was wir zu tun hatten.

 

Note 9.48 reichte um 2 Hundertstel nicht für die Finalrunde

Nach einigen motivierenden Worten unseres Hauptleiters trennten uns nur noch wenige Minuten vom Auftritt aller Auftritte. Wir wussten dieser Durchgang muss sitzen, dafür haben wir ein Jahr lang trainiert, das ist es, was zählt, was zeigt, wo wir turnerisch stehen. Jeder war sich dessen bewusst, jeder war bereit, nun endlich dass zeigen zu können, was man kann. Langsam erklangen die ersten Töne und die ersten Körper schwangen durch die Lüfte. Je mehr Stufen turnten, desto grösser wurde die Freude, umso sicherer und zuversichtlicher waren wir und als die letzte Stufe den Doppelsalto in einen sicheren Stand verwandelten, gab es kein Halten mehr. Freudeschreie, Umarmungen und tosender Applaus vom Publikum. Wir hatten es geschafft, den Durchgang der Saison zu turnen, alles und jeden verfluchten Zehen zu spannen und die Übungen fehlerfrei und fast immer zum Stand zu setzen. Die Freude war gross. Die Enttäuschung ein paar Minuten später aber noch grösser. Zwar waren wir mit der Note von 9.48 wirklich zufrieden, doch 9.50 war die Note für den Einzug in die diesjährige Finalrunde an den Schaukelringen.

 

Zu nervöse Stubagirls

Die Wattwiler reisten aber noch mit einem zweiten Triumpf in die Innerschweiz - Die Stufenbarren Girls. Vier Jahre in Folge schafften es wir auf den zweiten Platz. Vier Mal gingen wir somit als Vize-Schweizermeister vom Platz, in uns steckte man viel Hoffnung und niemand zweifelte an einer Final-Teilnahme. Doch manchmal kommt alles anders. Noch einen Tag vorher schien alles perfekt, die Hauptprobe war geglückt, wir fühlten uns sicher und gut. Einen Tag später war alles anders, die Nervosität war bei einigen ziemlich gross, schlechtere Umstände liessen einige zittern. Und dieses Zittern zog sich dann durch den ganzen Durchgang. Es wurde ungenau geturnt, der Durchgang war voller kleiner Fehler. Gross war die Enttäuschung, gross war die Wut. Warum konnte nicht alles so laufen wir in den Trainings? Wir hätten mehr gekonnt und genau das war es, was den einen oder anderen so luchste. Note 9.40, viel zu gut für das, was wir boten. Das grosse Zittern ging los, und schlussendlich nützte all das Daumendrücken doch nichts, vier andere Stufenbarren-Sektionen hatten uns überholt – aus war der Traum vom Schweizer Meister Titel.

So schlecht lief eine SMV schon lange nicht mehr für die Wattwiler, vielleicht ist es aber genau das, was der Verein braucht. Viel zu schnell ist etwas selbstverständlich, viel zu schnell gewöhnt man sich an Dinge. Für den Final muss man kämpfen bis am Schluss und immer gehört auch eine Portion Glück dazu. Ich persönlich hatte zwei wunderbare Durchgänge, hatte mich auf jede einzelne Übung gefreut und war mit Stolz und Freude erfüllt, als die letzten Töne verstummten – und dass ist es, wofür ich ein Jahr lang geturnt habe! Eins ist klar, wir sind auf jeden Fall ganz vorne mit dabei und mit uns muss man auch in Zukunft rechnen!

 

Lara Abderhalden