Vom Gemmitriathlon zum Weltcup-Riesenslalom Adelboden
die "sportliche" Turnfahrt der Fitness Herren TSV Wattwil
Traditionell wie immer? Nein nicht ganz; es passten, das Outfit: Edelweiss- Hemd und Haaraff, die Absicht: Geselliges verreisen unter Turnkollegen einmal in der näheren und das andere Jahr in der weiteren Umgebung ebenfalls, das Wetter: wenn Engel verreisen muss es ja schön sein, und die Organisation: Fredli Rotach und Patrick Schrepfer seien hiermit herzlich gedankt, zur traditionellen Turnfahrt, nur das Datum passte nicht, weil der St. Gallische Turnverband für das diesjährige Jugendturnfest, organisiert durch den TSV Wattwil, einfach den Betttag – Samstag reservierte, mussten oder durften die Fitten Herren das Wochenende vorher verreisen.
Besammlung um 06.15 Uhr am Bahnhof Wattwil, mit dem Zug via Wil, (mit Top organisiertem Kaffee und Gipfeli) Zürich, Bern, Lötschberg – Tunnel, Visp erreichten die Turner Leuk, umsteigen auf das Postauto und weiter Richtung Leukerbad, vorbei an etlichen Radfahrern vom Gemmi- Triathlon, hinein in eine wunderschöne Bergwelt. Angekommen in Leukerbad wurde die Strecke Richtung Gemmipass, nur 4 km Distanz jedoch 1000 Höhenmeter, begleitet wieder von den Gemmitriathleten mit dem gleichen Ziel unter die Füsse genommen, um nach etlichen schweisstreibenden Spitzkehren und einigen La-ola Wellen für die tapfer kämpfenden Triathleten den Pass zu erreichen.
Nach der wohlverdiente Mittagsrast und einigen erschreckten Asiaten wegen der zwar massiven, jedoch nicht TSV-rüttelerprobten, Aussichtsplattform, machte sich die Turnerschar wieder auf den Weg. Am Daubensee vorbei zum höchsten Punkt der Wanderung auf 2623m dem Chindbettipass. Ökologisch wie die Turner nun mal sind, stürzten sie sich im Abstieg Richtung Engstligenalp in einen eiskalten Bergsee um nachher die Dusche zu sparen. Halbpension im Berghaus Bärtschi heisst noch schlafen mit kratzenden Militärwolldecken, was jedoch nach einer solchen Tagesetappe, dem Nachtessen und einigen Jassrunden keinen mehr störte.
Zu viel Werbefernsehen zu Hause verleitete nach dem Frühstück gleich zur Nachspielung eines Spots, ohne jedoch schlüssig beurteilen zu können ob das komische Cola nun wirklich gut ist. Der Spot muss wohl bei Gelegenheit wiederholt werden. Nach dem Abstieg nach „unter dem Birg“, für die alten und müden mit der Bahn, für die jungen wilden zu Fuss, wartete ein Taxi auf die Turnerschar um sie über Adelboden zum Start des „Chuenisbergli“ dem legendären Weltcup Riesenslalom – Hang im Berneroberland zu bringen. Peter Aellig, Weltcup Fahrer von 1976 bis 1982, Chef des Rutschkommandos währen der Weltcup- Rennen und Besitzer der Alp beim Start am „Chuenisbergli“ begrüsste uns mit einem feinen Apero. Die Wanderung mit ihm den Weltcup- Trail hinunter nach Adelboden war als Überraschungsprogramm angekündigt. Neben heiklen Passagen, Kamerastellungen und 57 Lastwagenzügen Material für Tribünen und Zelte wusste Peter noch manche Episode auch aus seiner aktiven Zeit zu erzählen. Nach der Mittagsrast bei Peter’s Schwester im Wildstrubel musste schon bald ans Aufbrechen gedacht werden. Mit dem Postauto nach Frutigen, dem Zug via Spiez und Bern erreichte die Turnerschar das Toggenburg gegen Abend im strömenden Regen. Eine tolle Turnfahrt, hiermit nochmals verdankt den Organisatoren, ist bereits wieder Geschichte.
Andi Brunner und Armin Wyrsch